Wie viele Sommer bleiben mir noch?
Mit 58 beginnt man, Sommer zu zählen statt Ziele. Ein persönlicher Gedanke von Arnulf Sorgo über Zeit, Lebensqualität und die Frage: Wo möchte ich meine nächsten Jahre verbringen?

Der Sommer am Wörthersee ist vorbei.
Und wieder einmal habe ich das Gefühl: Er hat gerade erst begonnen.
Die ersten warmen Abende draußen. Ein Glas Wein am Wasser. Freunde, Familie, gute Gespräche. Tage, an denen man eigentlich gar nicht nach Hause gehen möchte.
Und plötzlich ist September.
Es war ein wunderschöner Sommer. Vielleicht gerade deshalb kam mir irgendwann eine ziemlich einfache Frage:
Wie viele davon habe ich eigentlich noch?
Mit 58 verändert sich der Blick auf Zeit.
Als Unternehmer habe ich einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, nach vorne zu denken. Das nächste Projekt. Das nächste Geschäftsjahr. Die nächste Investition. Das nächste Ziel.
Zeit schien irgendwie selbstverständlich vorhanden zu sein.
Heute denke ich anders darüber.
Wenn ich mir vorstelle, dass vielleicht noch 20, 25 oder hoffentlich viel mehr Sommer vor mir liegen, klingt das zunächst nach viel.
Aber wenn man beginnt, sie tatsächlich zu zählen, verändert sich etwas.
Noch 20 Mal Juni.
Noch 20 Mal Juli.
Noch 20 Mal August.
Und plötzlich bekommt Zeit einen anderen Wert.
Ich frage mich deshalb heute weniger:
Was möchte ich noch alles erreichen?
Und viel öfter:
Wie möchte ich die kommenden Jahre leben?
Wo möchte ich meine Sommer verbringen? Mit welchen Menschen? Wie viel möchte ich noch arbeiten? Was möchte ich noch entdecken? Und welche Dinge möchte ich gemeinsam mit meinem Sohn Matteo und der nächsten Generation aufbauen?
Vielleicht verändert sich damit auch der Blick auf Immobilien.
Irgendwann geht es nicht mehr nur darum, wie viele Quadratmeter man für sein Geld bekommt oder ob eine Immobilie eine gute Investition ist.
Vielleicht lautet eine viel schönere Frage:
Wo möchte ich meine nächsten Sommer verbringen?
Am Wörthersee. In den Bergen. An der Adria. In einer Stadt, die man liebt. Oder jedes Jahr ein bisschen woanders.
Eine Immobilie ist schließlich nicht nur etwas, das man besitzt.
Sie ist ein Ort, an dem ein Teil unseres Lebens stattfindet.
Ich weiß nicht, wie viele Sommer mir noch bleiben.
Aber eines weiß ich:
Diesen hier habe ich genossen.
Und vielleicht ist am Ende gar nicht entscheidend, wie viele Sommer uns bleiben.
Sondern wie viele davon wir wirklich gelebt haben.